Mittwoch, 29. Oktober 2014

Das Neckar-Musikfestival 2015 "Russische Trilogie"

Das seit 2005 bestehende Neckar-Musikfestival bietet auch 2015 wieder hochkarätige und international besetzte Konzerte in erlebenswerten Städten, Burgen und Schlössern im schönen Neckartal. Der Kernbereich des Festivals mit jährlich 50 Konzerten in 10 Städten erstreckt sich von Stuttgart über Heilbronn und Heidelberg bis zur Neckarmündung. Einzelne Konzerte finden auch im Bereich des oberen Neckars (Regionen Göppingen und Villingen-Schwenningen) statt.

Brillante und preisgekrönte Solisten präsentieren profilierte Programme und bringen internationales Flair in touristisch anziehende Orte des Neckartals. Bekannte und weniger bekannte historische Stätten werden miteinander musika­lisch verbunden. Ergänzend zu den Weltstar-Konzerten anderer Anbieter ist das Publikum bei moderaten Preisen zu einem regelmäßigen Konzertbesuch, den man sich bei  einem Jahresabo „PianoCard“ für 50 Euro auch als junge Familie leisten kann, auf hohem internationalen Niveau eingeladen. In wunderbarem, wechselndem heimischen Ambiente haben Besucher zudem die Chance zu direkten Künstlerkontakten und sich daraus ergebendem regem kulturellen Austausch.

Unter der künstlerischen Leitung des Heidelberger Komponisten und Pianisten Martin Münch bildet das Anliegen, in einer mehr und mehr von Popmusik geprägten gesellschaftlichen Umgebung mit dem Neckar-Musikfestival die historische wie aktuelle klassische Musik wieder stärker ins kulturelle Interesse zu rücken, neue Podien für sie zu erschaffen und mit Leben zu erfüllen, einen Schwerpunkt der Aktivitäten.

Veranstalter des Neckar-Musikfestivals ist die gemeinnützig anerkannte Heidelberger Vereinigung "piano international - Gesellschaft für internationale Verständigung durch Klaviermusik eV" in Zusammenarbeit mit dem „Förderverein Neckar-Musikfestival eV“ und den Kultur­ämtern der meisten beteiligten Städte und Gemeinden. Weitere Kooperationspartner sind Museen, Galerien und andere lokale kulturelle Organisationen. Durch diese Vernetzung gelingt es, qualitätsvolle und markante musikalische Kulturereignisse zustande zu bringen, die von der Presse (Mannheimer Morgen, Rhein-Neckar-Zeitung, Heilbronner Stimme) regelmäßig positiv gewürdigt werden.

„Russische Trilogie“

Werke der drei großen russischen Jubilare des Jahres 1915 Alexander Skrjabin (100. Todestag), Alexander Glasunow (150. Geburtstag) und Peter Tschaikowsky (175. Geburtstag) in neuen Interpretationen und neuem Klanggewand
In den vergangenen 150 Jahren haben sich die Werke von Tschaikowsky im westlichen Konzertbetrieb gleichberechtigt neben Brahms und Wagner etabliert, Glasunow hingegen war zu Lebzeiten in Russland wie im Ausland berühmt und hochgeachtet, wurde nach seinem Tod im Westen jedoch fast vergessen. Skrjabin hat sich, insbesondere in Fachkreisen, als einer der wichtigsten musikalischen Wegbereiter der Moderne seit etwa 25 Jahren auch im Westen durchgesetzt, leidet aber rezeptionsgeschichtlich immer noch unter der - durch die CIA nach dem 2. Weltkrieg verordnete1 - Exklusivdurchsetzung einer auf der Schönberg-Schule basierenden Atonalität.
  • Große Orchesterwerke der drei Komponisten sind in Versionen für Klavier zu vier Händen zu hören: so z.B. die 3. Symphonie von Alexander Skrjabin, die 4. Symphonie und das 2. Klavierkonzert von Alexander Glasunow und die 6. Symphonie von Peter Tschaikowsky
  • Vor 100 Jahren, an Ostern 1915, verstarb der 1872 geborene, visionäre russische Kompo­nist Alexander Skrjabin. Er hat mit seinen kühnen musikalischen Errungenschaften einen eigenständig faszinerenden Weg in die Moderne gewiesen, der sich auch heute noch - für viele Musiker und Hörer - wohltuend von dem des zu dogmatisch-autoritärer Hegemonie gelangten Arnold Schönberg absetzt. Von Alexander Skrjabin ist das gesamte Sonatenschaffen mit allen zehn Sonaten zu hören sowie ein repräsentativer Querschnitt aus den anderen von ihm verwendeten Gattungen Prélude, Poème, Mazurka, Etüde, Charakterstück und Symphonie bzw. symphonische Dichtung.
  • Im kommenden Jahr begehen wir den 150. Geburtstag des bedeutenden russischen Komponisten Alexander Glasunow. Er ist der große Versöhner der russischen Musikge­schichte. Den Kulturkrieg zwischen den Komponisten des mächtigen Häufleins um seinen Lehrer Balakirew und den westlich orientierten Tonschöpfern um Tschaikowsky hat er beendet: beide wichtigen Schulen sahen ihn als ihren legitimen Fortsetzer an. Von ihm werden u.a. die große und ausladende 1. Klaviersonate b-moll erklingen, Präludium und Fuge in d-moll, kleinere Charakterstücke sowie die bereits genannten Orchesterwerke.
  • Viele westliche Hörerinnen und Hörer kennen von der russischen Musik nur M. Mussorgsky mit seinen „Bildern einer Ausstellung“ und Peter Tschaikowsky, dessen 175. Geburtstag wir 2015 begehen. Tschaikowsky wurde durch T. W.. Adorno gewiss unrecht getan, als dieser schrieb, daß Tschaikowsky „selbst Verzweiflung noch mit Schlagermelodien portraitiert“. Die Brisanz der Spaltung zwischen einem erfolgreichen, nach aussen angepassten Leben und einer unlebbaren Homosexualität, die ihm einen Selbstmordbefehl zaristischer Adlaten ein­brachte, also zwischen (Lebens-) Inhalt und Politik, soll in seiner Musik erfahrbar gemacht werden. Es erklingen seine Ballette, die 6. Symphonie und zahlreiche Charakterstücke.
  • Gerade in der heutigen Zeit, in der zahlreiche gesellschaftlich maßgebende Akteure des Westens Russland häufig pauschalisierend dämonisieren, ist es für eine Grundmentalität der Friedenserhaltung besonders wichtig, diesen Tendenzen differenzierend entgegenzuwirken und die Leistungen dieser großen Kulturnation in zentralen Aspekten zu würdigen.
Die Konzerte der „Russischen Trilogie“ greifen all diese Themen auf und präsentieren sie in umfangreicher Weise teils komplett, teils in Gegenüberstellungen, teils in exemplarischen Einzelbeleuchtungen, teils im musikalisch-entwicklungsgeschichtlichen Kontext.

1 Ulrich Blomann, http://www.liquidmusicology.org/so-sind-wir.html und http://www.liquidmusicology.org/nicht-darueber-red.html



Das Projekt „Russische Trilogie“ 2015 besteht 42 Konzerten in folgenden Reihen:
  1. Romantische Schloßkonzerte, Schloß Horneck Gundelsheim, jeweils 19:30 Uhr
    2 Konzerte März und September 2015
  2. Concertino Weinsberg, Klinikum am Weissenhof, jeweils 20 Uhr
    5 Konzerte März bis Juni und Sept. bis Nov. 2015
  3. Klassik auf Schloß Liebenstein, Neckarwestheim Freitags jeweils 20 Uhr, Sonntags jeweils 17 Uhr
    4 Konzerte März bis Juni und Sept. bis Nov. 2015
  4. Klassik im Alten Spital, Bad Wimpfen jeweils 20 Uhr
    4 Konzerte März bis Juni und Sept. bis Nov. 2015
  5. Pianotage im Schloß, Wasserschloß Bad Rappenau, jeweils 19:30 Uhr
    2 Konzerte November 2015
  6. Konzerte in Heidelberg, Augustinum jeweils 18 Uhr, Freie Musikschule jeweils 20 Uhr
    9 Konzerte März bis Juni und Sept. bis Nov. 2015
  7. Klassik auf Burg Steinsberg, Sinsheim, jeweils 19:30 Uhr
    2 Konzerte Mai und Sept. 2015
  8. Salonmusik-Festival, Bad Wimpfen, jeweils 20 Uhr
    1 Konzert Mai 2015
  9. Kultur im Schloß, Elztal-Dallau, jeweils 19:30 Uhr
    6 Konzerte März bis Juni und Sept. bis Nov. 2015
  10. Biographiekonzerte Rahmenprogramm und Partnerkonzerte, Stuttgart, Heilbronn, Bad Dürrheim u.a.
    7 Konzerte März bis November 2015

    www.neckar-musikfestival.de

Musikalische Freigeister


Maurice Ravel: Bolero
W. A. Mozart: Fantasie d-moll
Alexander Skrjabin: Sonate Nr. 2 gis-moll op. 19
Claude Debussy: Danse
Martin Münch: Katharsis XXVII - Improvisation

- - - P a u s e - - -

Martin Münch: Märchen und Arabesken op. 32
Claude Debussy: L'isle joyeuse
Alexander Skrjabin: Sonate Nr. 9 op. 68 "Schwarze Messe"
W. A. Mozart: Menuett und Gigue
Maurice Ravel: La Valse


Das Konzertprogramm "Musikalische Freigeister" steht unter dem Motto:
Freigeister, Ekstase, Zerstörung und Welterschaffung
Ein Spiegelkonzert zu Komposition, Destruktion, Risiko und Freiheit.

Bekannte und maßstabssetzende ekstatisch-intensive Werke von prominenten musikalischen Freigeistern werden die Zuhörer in die schillernde Epoche der Jahrhundertwende versetzen und - kontrastierend mit Musik von Mozart und eigenen Werken des Komponisten und Pianisten Martin Münch - einen Hörgenuss
der besonderen Art bieten.

Wir leben in einer Zeit, in der die mühsam errungenen Grund- und Menschenrechte als Basis jedes zivilisierten und lebenswerten Zusammenlebens erneut durch die Religion und dem gesellschaftlichen Umgang mit ihr bedroht sind. Diesmal indes weniger durch das Christentum mit seiner jahrtausendelangen Kriminalgeschichte, sondern durch den noch ungebändigten, ungezähmten archaisch-brutalen Islam und unsere Unfähigkeit, dessen politischen Anmaßungen auf allen gesellschaftlichen Ebenen entschieden entgegenzutreten. Die Frage, wie eine Gesellschaft menschlicher und lebenswerter zu gestalten ist, haben sich Freigeister zu allen Epochen gestellt; viele haben dieses Nachdenken mit dem Leben bezahlt. Selbst einem Religionsstifter wie Jesus Christus kann der Aspekt eines ursprünglich teilweise freigeistigen Impulses nicht abgesprochen werden, wenn er sich bemühte, inhumane Absurditäten des alten Testaments kritisch zu beleuchten und aufzuweichen. Indes bewährt sich wahre Freigeistigkeit immer wieder durch die Zurückweisung aller vermeintlicher Dogmen und Glaubenswahrheiten. Sie manifestiert sich darin, keine Sätze mit ewigem Wahrheits- und Unterordnungsanspruch zu verkünden, sich einem solchen Anspruch umgekehrt auch nicht zu beugen, sondern individuell seinen Weg zu gehen, zu zweifeln, zu suchen, zu fragen und keine vorgefertigten fremden Antworten, auch und gerade nicht solche der Religion, als bequeme Pseudo-Lösung zu akzeptieren.

Die Komponisten des heutigen Konzertabends waren bzw. sind allesamt solche Freigeister in diesem Sinne. Die biographische Literatur ist voll von Zitaten, die die teils religionskritische oder pantheistische, teils stark individualistische aber stets freigeistige Haltung der Autoren dokumentieren. Hier stellt sich freilich als allererstes die Frage: War Mozart, der gläubige Katholik, ein Freigeist? Er, der die Religion mit ihren vermeintlichen Wahrheiten niemals infrage stellte; er, der beim Tode des Aufklärers Voltaire gejubelt hat: "Daß der gottlose und Erzspitzbub sozusagen wie ein Hund, wie ein Vieh krepiert ist, das ist der Lohn". Andererseits stand Mozart ausweislich seiner Oper "Die Zauberflöte" der Freimaurerei nahe (und trat ihr 1784 bei), die sich einen guten Teil von Voltaires Aufklärungsideen zu eigen gemacht hatte, und sich "Die Eintracht unter den Menschen", die Relativierung von Konfessionsunterschieden,  ein aufgeklärtes Christentum sowie sogar eine "Schule der Toleranz" als Ziele vorgenommen hatte. Die Freimaurerei kommt mit diesen Zielen dem weltlichen Humanismus und der Freigeistigkeit zumindest nahe. Vielleicht wichtiger noch ist die individuelle Komponente: Mozart war von seiner Bildung, Produktivität, Berühmtheit und seinem Genie überzeugt, was im Gegensatz zu seiner gesellschaftlichen Stellung stand. Seine Reisen können als Versuch aufgefaßt werden, die feudalen Fesseln zu überwinden und seine Kündigung der Stelle am Salzburger Hof brachte musikgeschichtlich die Geburt des freischaffenden Künstlers mit sich. Gedanklich hat sich Mozart seinen kritischen und lebendigen Geist nie verbieten lassen, seine Briefe sprechen da eine mitunter kraftvolle, oft erotische und auch deftige Sprache. Ein religiöser Freigeist also? Nein, das widerspricht der Definition des Wortes und wäre ein Widerspruch in sich. Aber Mozart war ein Musiker, der sich die Freiheit des Geistes und der Kunst nicht nehmen ließ. In seiner Todesstunde soll Mozart sogar das Erscheinen eines Pfarrers zurückgewiesen haben, woraufhin er im Armengrab beerdigt wurde.

Der russische Komponist Alexander Skrjabin kommt mit seinem im Kern pantheistischen und das künstlerische Individuum in den absoluten Weltmittelpunkt rückenden Solipsismus der klassischen Definition eines Freigeistes von den drei vorgestellten Komponisten der Jahrhundertwende womöglich am nächsten - auch wenn die beiden anderen Debussy und Ravel wiederum ausgewiesene Atheisten waren. Skrjabin schreibt in einem seiner Briefe: "Es gibt keine Wahrheit! Jene Wahrheit, für die so viel Genies gelebt haben um derentwillen so viel Blut vergossen worden ist, so viele Menschen hingemordet sind! [Aber:] Was ist denn dann unser ganzes Leben? Es ist nur das, was ich selbst erlebe, nur das, was ich wünsche und erstrebe. Es ist ein Spiel, mein freies Spiel, und hat somit nur als Vorgang an sich Wert für mich!"
Skrjabins "Schwarze Messe" ist allein schon vom Titel her so etwas wie der Inbegriff eines Freigeister-Stückes. Der Monotheismus hat über lange Jahrhunderte sich bemüht, das satanische Prinzip als das "Böse" schlechthin zu deklarieren. In diesen Topf wurde dann neben alledem, was wirklich gegen die Lebendigkeit und das Wohlergehen gerichtet ist wie Mord und Totschlag auch all das gepackt, was lediglich gegen die eigene Vorherrschaft gerichtet war: Hinterfragung, Zweifel, Ungehorsam, erotische Selbstbestimmung und Nichtakzeptieren der Autorität oder Quittieren eines vermeintlichen Wahrheitsanspruches mit schallendem Hohngelächter. Es werden sich in der humanistischen Tradition keine Freigeister finden lassen, die dem "Bösen" in ersterem Sinne das Wort reden, umso mehr jedoch, die sich dem beschriebenen zweiten Sinne zugetan fühlen. In seinem "Poème satanique" steht das höhnisch unbotmäßige Gelächter noch im Vordergrund, in der "Schwarzen Messe" geht es dann freilich um die Auseinandersetzung mit dem Bösen in einer existenziellen Dimension. Skrjabin, der mit seinem bekannten poetischen Diktum "Ich bin Gott" immer wieder für kontroverse Diskussionen gesorgt hat, wäre die Unterwerfung unter einen personifizierten "Satan" genauso fremd gewesen wie die unter einen (anderen) "Gott".

Maurice Ravel wiederum stand der Religion denkbar fern. Er hegte eine Art von Abscheu gegen die Beschäftigung mit religiösen Stoffen, die sich als roter Faden durch das musikalische Schaffen der meisten Komponistenkollegen zog: Messen, Requiems, geistliche Lieder, religiöse Opernthemen, christentumsgeschwängerte Symbolik. Ravel bevorzugte archaisch-mythische Leitgedanken, Stoffe mit einer allgemeinmenschlichen Ausrichtung, Themen mit sageneingebetteten und humanistisch-grundlegenden Bezügen. In seiner privaten Lebensführung ließ sich Ravel in kein Schema pressen. Er zeigte sich stets diskret, seine wahren Gefühle blieben selbst seinen engen Freunden oft rätselhaft. Ravel heiratete nie, selbst eine Lebenspartnerschaft ist er nicht eingegangen, das Erlebnis emotionaler Verbundenheit lebte er in seinen intensiven und langjährigen Freundschaften, Sex indes fand er am ehesten auf unverbindlichstmögliche Weise im Pariser Bordell. All das ist geeignet, Ravels areligiöse und undogmatische Freigeistigkeit aufzuzeigen. Am deutlichsten wird sie allerdings womöglich, wenn wir uns vergegenwärtigen, wie Ravel, der eigentlich in seiner politischen Orientierung Nationalist war, auf eine französische Initiative im letzten Kriegsjahr des ersten Weltkriegs reagierte, als alle Kulturschaffenden um eine Unterschrift gebeten wurden, daß in Frankreich nur noch französische Theater- und Musikstücke aufgeführt werden sollten, französische Kunst gezeigt und französische Literatur verlegt werden sollte. Ravel antwortete eindeutig, indem er deutlich machte, daß große Kunst und Musik, egal aus welchem Land, der ganzen Menschheit gehöre. Er verweigerte seine Unterschrift.

Claude Debussy wurde in seiner Eigenschaft als areligiöser Freigeist spätestens durch die Komposition seines "Martyre de St. Sebastien" bekannt. Obwohl es sich bei der Textvorlage zu diesem Werk um einen religiösen Stoff handelt, wurden alle Besucher des musikalischen Ereignisses vom Papst mit der Exkommunikation bedroht. Zu weit waren diesem Handlung und Sichtweise von der katholischen Lehrmeinung entfernt. In einem anderen Werk zeigt sich Debussy wiederum als generöser Freigeist, als er in zwei Tänzen für Harfe und Streicher auf der einen Seite den von ihm so titulierten Danses sacrées auf der anderen Seite Danses profanes gegenüberstellte. Das Heilige hier ist von einem orthodoxen Religionsverständnis denkbar weit entfernt und meint eher das kultisch-Rituelle im allgemein menschlichen Sinne.
Von Claude Debussy ist auch eines der zentralen Werke, das eindringlich deutlich zu machen imstande ist, daß es mit der bieder-romantischen Suche nach der "blauen Blume" und all der damit einhergehenden verschnörkelten Verweigerung des Eingeständnisses, daß das Ziel jeden menschlichen Strebens letztlich der von den Religionen immer wieder eingekerkerte, drangsalierte, unterdrückte und negierte Eros ist, mit der Jahrhundertwende vorbei war. Sein monumentales Einzelwerk L'Isle Joyeuse manifestiert den dionysischen Taumel schlechthin, als Thema wie als hervorgerufener Zustand. Es ist Ausdruck einer ekstatisch-orgiastischen Hochstimmung in einer antiken Traum- und Ideallandschaft - die alten Griechen schrieben dem lydischen Modus, der in der Komposition eine tragende Rolle spielt, sinnliche Ausstrahlung zu. Über die pianistische Seite dieses beliebten und virtuosen Stückes meinte Debussy selbst: "es verbindet Kraft und Anmut" und verweist damit auf Begriffe, die einer Balance von Geist und Eros nahekommen. Angeregt wurde das Stück 1903 vermutlich durch das Bild "Einschiffung nach Kythera" (1717/18) des französischen Malers Antoine Watteau. Diese griechische Insel galt in der Mythologie als Insel des Glücks und der sinnlich-erotischen Erfüllung. Der Titel L'Isle joyeuse kann zudem als Anspielung auf die Insel Jersey, wo Debussy es 1904 bei einem Aufenthalt völlig umarbeitete, verstanden werden. Sie diente Debussy als Refugium, als er mit seiner neuen Liebe Emma Bardac aus Paris geflohen war, wo etliche seiner Freunde ihm gegenüber die Rolle moralischer Sittenwächter eingenommen und ihm wegen der Trennung von seiner ersten Frau die Freundschaft aufgekündigt hatten. Auf dieser imaginären Freudeninsel ist hingegen erotisch alles erlaubt, sie verspricht die Erfüllung aller wollüstigen und sinnlichen Sehnsüchte, hier leuchtet üppige Fülle und es strahlt die Kraft eines sinnenfreudig in die rauschhafte Erfüllung hinein gesteigerten Lebensgefühls.

Musikalische Freigeister


Maurice Ravel: Bolero
W. A. Mozart: Fantasie d-moll
Alexander Skrjabin: Sonate Nr. 2 gis-moll op. 19
Claude Debussy: Danse
Martin Münch: Katharsis XXVII - Improvisation

- - - P a u s e - - -

Martin Münch: Märchen und Arabesken op. 32
Claude Debussy: L'isle joyeuse
Alexander Skrjabin: Sonate Nr. 9 op. 68 "Schwarze Messe"
W. A. Mozart: Menuett und Gigue
Maurice Ravel: La Valse


Das Konzertprogramm "Musikalische Freigeister" steht unter dem Motto:
Freigeister, Ekstase, Zerstörung und Welterschaffung
Ein Spiegelkonzert zu Komposition, Destruktion, Risiko und Freiheit.

Bekannte und maßstabssetzende ekstatisch-intensive Werke von prominenten musikalischen Freigeistern werden die Zuhörer in die schillernde Epoche der Jahrhundertwende versetzen und - kontrastierend mit Musik von Mozart und eigenen Werken des Komponisten und Pianisten Martin Münch - einen Hörgenuss
der besonderen Art bieten.

Wir leben in einer Zeit, in der die mühsam errungenen Grund- und Menschenrechte als Basis jedes zivilisierten und lebenswerten Zusammenlebens erneut durch die Religion und dem gesellschaftlichen Umgang mit ihr bedroht sind. Diesmal indes weniger durch das Christentum mit seiner jahrtausendelangen Kriminalgeschichte, sondern durch den noch ungebändigten, ungezähmten archaisch-brutalen Islam und unsere Unfähigkeit, dessen politischen Anmaßungen auf allen gesellschaftlichen Ebenen entschieden entgegenzutreten. Die Frage, wie eine Gesellschaft menschlicher und lebenswerter zu gestalten ist, haben sich Freigeister zu allen Epochen gestellt; viele haben dieses Nachdenken mit dem Leben bezahlt. Selbst einem Religionsstifter wie Jesus Christus kann der Aspekt eines ursprünglich teilweise freigeistigen Impulses nicht abgesprochen werden, wenn er sich bemühte, inhumane Absurditäten des alten Testaments kritisch zu beleuchten und aufzuweichen. Indes bewährt sich wahre Freigeistigkeit immer wieder durch die Zurückweisung aller vermeintlicher Dogmen und Glaubenswahrheiten. Sie manifestiert sich darin, keine Sätze mit ewigem Wahrheits- und Unterordnungsanspruch zu verkünden, sich einem solchen Anspruch umgekehrt auch nicht zu beugen, sondern individuell seinen Weg zu gehen, zu zweifeln, zu suchen, zu fragen und keine vorgefertigten fremden Antworten, auch und gerade nicht solche der Religion, als bequeme Pseudo-Lösung zu akzeptieren.

Die Komponisten des heutigen Konzertabends waren bzw. sind allesamt solche Freigeister in diesem Sinne. Die biographische Literatur ist voll von Zitaten, die die teils religionskritische oder pantheistische, teils stark individualistische aber stets freigeistige Haltung der Autoren dokumentieren. Hier stellt sich freilich als allererstes die Frage: War Mozart, der gläubige Katholik, ein Freigeist? Er, der die Religion mit ihren vermeintlichen Wahrheiten niemals infrage stellte; er, der beim Tode des Aufklärers Voltaire gejubelt hat: "Daß der gottlose und Erzspitzbub sozusagen wie ein Hund, wie ein Vieh krepiert ist, das ist der Lohn". Andererseits stand Mozart ausweislich seiner Oper "Die Zauberflöte" der Freimaurerei nahe (und trat ihr 1784 bei), die sich einen guten Teil von Voltaires Aufklärungsideen zu eigen gemacht hatte, und sich "Die Eintracht unter den Menschen", die Relativierung von Konfessionsunterschieden,  ein aufgeklärtes Christentum sowie sogar eine "Schule der Toleranz" als Ziele vorgenommen hatte. Die Freimaurerei kommt mit diesen Zielen dem weltlichen Humanismus und der Freigeistigkeit zumindest nahe. Vielleicht wichtiger noch ist die individuelle Komponente: Mozart war von seiner Bildung, Produktivität, Berühmtheit und seinem Genie überzeugt, was im Gegensatz zu seiner gesellschaftlichen Stellung stand. Seine Reisen können als Versuch aufgefaßt werden, die feudalen Fesseln zu überwinden und seine Kündigung der Stelle am Salzburger Hof brachte musikgeschichtlich die Geburt des freischaffenden Künstlers mit sich. Gedanklich hat sich Mozart seinen kritischen und lebendigen Geist nie verbieten lassen, seine Briefe sprechen da eine mitunter kraftvolle, oft erotische und auch deftige Sprache. Ein religiöser Freigeist also? Nein, das widerspricht der Definition des Wortes und wäre ein Widerspruch in sich. Aber Mozart war ein Musiker, der sich die Freiheit des Geistes und der Kunst nicht nehmen ließ. In seiner Todesstunde soll Mozart sogar das Erscheinen eines Pfarrers zurückgewiesen haben, woraufhin er im Armengrab beerdigt wurde.

Der russische Komponist Alexander Skrjabin kommt mit seinem im Kern pantheistischen und das künstlerische Individuum in den absoluten Weltmittelpunkt rückenden Solipsismus der klassischen Definition eines Freigeistes von den drei vorgestellten Komponisten der Jahrhundertwende womöglich am nächsten - auch wenn die beiden anderen Debussy und Ravel wiederum ausgewiesene Atheisten waren. Skrjabin schreibt in einem seiner Briefe: "Es gibt keine Wahrheit! Jene Wahrheit, für die so viel Genies gelebt haben um derentwillen so viel Blut vergossen worden ist, so viele Menschen hingemordet sind! [Aber:] Was ist denn dann unser ganzes Leben? Es ist nur das, was ich selbst erlebe, nur das, was ich wünsche und erstrebe. Es ist ein Spiel, mein freies Spiel, und hat somit nur als Vorgang an sich Wert für mich!"
Skrjabins "Schwarze Messe" ist allein schon vom Titel her so etwas wie der Inbegriff eines Freigeister-Stückes. Der Monotheismus hat über lange Jahrhunderte sich bemüht, das satanische Prinzip als das "Böse" schlechthin zu deklarieren. In diesen Topf wurde dann neben alledem, was wirklich gegen die Lebendigkeit und das Wohlergehen gerichtet ist wie Mord und Totschlag auch all das gepackt, was lediglich gegen die eigene Vorherrschaft gerichtet war: Hinterfragung, Zweifel, Ungehorsam, erotische Selbstbestimmung und Nichtakzeptieren der Autorität oder Quittieren eines vermeintlichen Wahrheitsanspruches mit schallendem Hohngelächter. Es werden sich in der humanistischen Tradition keine Freigeister finden lassen, die dem "Bösen" in ersterem Sinne das Wort reden, umso mehr jedoch, die sich dem beschriebenen zweiten Sinne zugetan fühlen. In seinem "Poème satanique" steht das höhnisch unbotmäßige Gelächter noch im Vordergrund, in der "Schwarzen Messe" geht es dann freilich um die Auseinandersetzung mit dem Bösen in einer existenziellen Dimension. Skrjabin, der mit seinem bekannten poetischen Diktum "Ich bin Gott" immer wieder für kontroverse Diskussionen gesorgt hat, wäre die Unterwerfung unter einen personifizierten "Satan" genauso fremd gewesen wie die unter einen (anderen) "Gott".

Maurice Ravel wiederum stand der Religion denkbar fern. Er hegte eine Art von Abscheu gegen die Beschäftigung mit religiösen Stoffen, die sich als roter Faden durch das musikalische Schaffen der meisten Komponistenkollegen zog: Messen, Requiems, geistliche Lieder, religiöse Opernthemen, christentumsgeschwängerte Symbolik. Ravel bevorzugte archaisch-mythische Leitgedanken, Stoffe mit einer allgemeinmenschlichen Ausrichtung, Themen mit sageneingebetteten und humanistisch-grundlegenden Bezügen. In seiner privaten Lebensführung ließ sich Ravel in kein Schema pressen. Er zeigte sich stets diskret, seine wahren Gefühle blieben selbst seinen engen Freunden oft rätselhaft. Ravel heiratete nie, selbst eine Lebenspartnerschaft ist er nicht eingegangen, das Erlebnis emotionaler Verbundenheit lebte er in seinen intensiven und langjährigen Freundschaften, Sex indes fand er am ehesten auf unverbindlichstmögliche Weise im Pariser Bordell. All das ist geeignet, Ravels areligiöse und undogmatische Freigeistigkeit aufzuzeigen. Am deutlichsten wird sie allerdings womöglich, wenn wir uns vergegenwärtigen, wie Ravel, der eigentlich in seiner politischen Orientierung Nationalist war, auf eine französische Initiative im letzten Kriegsjahr des ersten Weltkriegs reagierte, als alle Kulturschaffenden um eine Unterschrift gebeten wurden, daß in Frankreich nur noch französische Theater- und Musikstücke aufgeführt werden sollten, französische Kunst gezeigt und französische Literatur verlegt werden sollte. Ravel antwortete eindeutig, indem er deutlich machte, daß große Kunst und Musik, egal aus welchem Land, der ganzen Menschheit gehöre. Er verweigerte seine Unterschrift.

Claude Debussy wurde in seiner Eigenschaft als areligiöser Freigeist spätestens durch die Komposition seines "Martyre de St. Sebastien" bekannt. Obwohl es sich bei der Textvorlage zu diesem Werk um einen religiösen Stoff handelt, wurden alle Besucher des musikalischen Ereignisses vom Papst mit der Exkommunikation bedroht. Zu weit waren diesem Handlung und Sichtweise von der katholischen Lehrmeinung entfernt. In einem anderen Werk zeigt sich Debussy wiederum als generöser Freigeist, als er in zwei Tänzen für Harfe und Streicher auf der einen Seite den von ihm so titulierten Danses sacrées auf der anderen Seite Danses profanes gegenüberstellte. Das Heilige hier ist von einem orthodoxen Religionsverständnis denkbar weit entfernt und meint eher das kultisch-Rituelle im allgemein menschlichen Sinne.
Von Claude Debussy ist auch eines der zentralen Werke, das eindringlich deutlich zu machen imstande ist, daß es mit der bieder-romantischen Suche nach der "blauen Blume" und all der damit einhergehenden verschnörkelten Verweigerung des Eingeständnisses, daß das Ziel jeden menschlichen Strebens letztlich der von den Religionen immer wieder eingekerkerte, drangsalierte, unterdrückte und negierte Eros ist, mit der Jahrhundertwende vorbei war. Sein monumentales Einzelwerk L'Isle Joyeuse manifestiert den dionysischen Taumel schlechthin, als Thema wie als hervorgerufener Zustand. Es ist Ausdruck einer ekstatisch-orgiastischen Hochstimmung in einer antiken Traum- und Ideallandschaft - die alten Griechen schrieben dem lydischen Modus, der in der Komposition eine tragende Rolle spielt, sinnliche Ausstrahlung zu. Über die pianistische Seite dieses beliebten und virtuosen Stückes meinte Debussy selbst: "es verbindet Kraft und Anmut" und verweist damit auf Begriffe, die einer Balance von Geist und Eros nahekommen. Angeregt wurde das Stück 1903 vermutlich durch das Bild "Einschiffung nach Kythera" (1717/18) des französischen Malers Antoine Watteau. Diese griechische Insel galt in der Mythologie als Insel des Glücks und der sinnlich-erotischen Erfüllung. Der Titel L'Isle joyeuse kann zudem als Anspielung auf die Insel Jersey, wo Debussy es 1904 bei einem Aufenthalt völlig umarbeitete, verstanden werden. Sie diente Debussy als Refugium, als er mit seiner neuen Liebe Emma Bardac aus Paris geflohen war, wo etliche seiner Freunde ihm gegenüber die Rolle moralischer Sittenwächter eingenommen und ihm wegen der Trennung von seiner ersten Frau die Freundschaft aufgekündigt hatten. Auf dieser imaginären Freudeninsel ist hingegen erotisch alles erlaubt, sie verspricht die Erfüllung aller wollüstigen und sinnlichen Sehnsüchte, hier leuchtet üppige Fülle und es strahlt die Kraft eines sinnenfreudig in die rauschhafte Erfüllung hinein gesteigerten Lebensgefühls.

Sonntag, 26. Oktober 2014

Freitag, 3. Oktober 2014

Martin Münch :: CV 2014 in Stichworten

Martin Münch 
    in Stichworten


Künstlerische Zielrichtung
  • Evolutionäre Ästhetik - die andere Moderne: Zeitgemäße Einbettung in Tradition, Kommunikation, Klangsinnlichkeit 
  • Klavierkultur um 1900 - Raffinesse und Sensibilität, gesellschaftlicher Rang der Musik, Lebensstil und Ambiente
  • Internationalität - Austausch und Interaktion der verschiedensten abendländischen Kulturen
  • Humanismus und Freigeistigkeit - Bewahrung des großen Erbes der europäischen Aufklärung
  • Künstlerische Lebendigkeit - Offenheit und Freude an innovativen Überraschungen

Studium
  • Komposition bei Wolfgang Rihm, Musikhochschule Karlsruhe, Diplom 1992
  • Philosophie bei Joachim Kopper, Universität Mainz, Staatsexamen 1987
  • Musikwissenschaft bei H.-Chr. Mahling, Universität Mainz, Staatsexamen 1986
  • Musik, Hauptfach Klavier bei Monica von Saalfeld, Musikhochschule Mainz, Staatsexamen 1986

Konzerte und Aufführungen (Auswahl)
  • Paris Cité des arts, Eglise St. Merri, Montparnasse
  • St. Petersburg Philharmonie
  • Salzburg Mozarteum, Graz Palais Erfurt, Klagenfurt Konservatorium
  • München Gasteig, Heidelberg Stadthalle, Heilbronn Schweinfurt Theater
  • Florenz Institut Francais, Lyceum Club, Catania Palazzo Biscari
  • Madrid Ateneo, Barcelona Caja de Ahorros, Sevilla Expo '92
  • Sofia Staatlicher Fernseh-Sendesaal
  • Budapest Bartok-Haus
  • Belgrad Justizpalast
  • Warschau Kulturzentrum Praga
  • New York Deutsches Generalkonsulat
  • Buenos Aires Teatro Colón, Museo de bellas artes
  • Montevideo Deutsche Botschaft
  • Rio de Janeiro Maison de France, Porto Alegre Conservatorio

Zusammenarbeit mit Orchestern
  • Philharmonisches Orchester Bacâu (Rumänien), 2004. 2008, 2010
  • Württembergische Philharmonie Reutlingen, 2000
  • Rheinland-Pfälzische Philharmonie, 2012
  • Philharmonisches Orchester Hermannstadt (Rumänien), 2010
  • Toskanische Philharmonie Grosseto (Italien), 2009
  • Berliner Symphoniker, 2009

Preise
  • Darmstadt Rachmaninoff-Wettbewerb 2013, 2. Preis "Studio Rachmaninovesco"
  • Berlin Pyromusikale 2009, 1. Preis "Feuerwerk-Ouvertüre" (uraufgeführt durch die Berliner Symphoniker)

Pädagogik
  • Lehrauftrag Klavier an der Universität Bamberg von 1994 bis 2013
  • Masterclasses Klavier an den Konservatorien Klagenfurt, Girona, Murcia, Porto Alegre, Santa Maria, Montevideo, La Plata seit 2002
  • Musiktherapeutische Kurse am "Klinikum am Weissenhof" Weinsberg, Konservatorium Lorca (Spanien) seit 1994
  • Jurytätigkeit Chopin-Wettbewerb Rom (Juryvorsitzender 2009), Rovere d'oro in San Bartolomeo, Concorso internazionale in Fivizzano/Toscana
  • Privatunterricht

Solo-Programme (Auswahl)
  • Lecture-Recitals - Alexander Skrjabin, Romantische Musikinterpretation, Improvisation für klassische Musiker
  • Soloabende - Musikalische Freigeister (Ravel, Debussy, Skriabin, Mozart, Münch), Slow Piano Classics (Vivaldi, Beethoven, Satie u.a.)
  • Monographiekonzerte - Ein Komponist wird abendfüllend vorgestellt: Skrjabin, Balakirew, Glasunow oder Albéniz (IBERIA komplett)
  • Biographiekonzerte - VIVALDImünch, LISZTmünch, RAVELmünch, DEBUSSYmünch, SCHUMANNmünch, MOZARTmünch und MünCHopiN
  • Themenabende - Musikalischer Impressionismus (Ravel, Debussy, Schmitt, Respighi), Jahrhundertwende (Strauss, Reger, Lourié, Prokofjev) u.a.
  • Stummfilm-Liveimprovisation (Metropolis, Nosferatu, Faust, Chaplin, Buster Keaton, Griffith, Eisenstein u.v.m)

Programme für Duos und andere Besetzungen (Auswahl)
  • Klavier zu vier Händen Perlen der Orchestermusik (Bruckner, Grieg, Glasunow, Liszt), Ouvertüren (Mozart, Rossini, Verdi, Strauß)
  • Duoabende mit Klarinette (Saint-Saens, Debussy, Poulenc, Münch), Flöte (Ravel, Bizet u.a.), Akkordeon (Vivaldi, Piazzolla u.a.) und weiteren
  • Duoinnovationen Musikmeditationen (geführt durch Psychiater/Meditationstherapeut - Satie, Ravel, Münch), Drive In (Impros mit Cello)
  • Kompositionsabend Martin Münch Trio (Klaviertrios, Violin- und Cellosonate) Quintett (Saxophonquartett+Klavier, Saxophon-Trio, Duos)

Veröffentlichungen (Auswahl)
  • Bücher Skrjabins Meldodik und Harmonik, Berlin 2004
  • CDs mit eigenen Werken Cellanima 2014, Arabesques 2013, Suite Antique 2011, Lux calme et volupté 1998 u.a.
  • CDs als Interpret und Improvisator ImproVisions 2008, Drive In 2004, Barbaro Cantabile 2001, Katharsis 1996 u.a.
  • Rundfunk und Fernsehübertragungen von eigenen Werken in Radio France, Bulgarisches Fernsehen, SDR, SWF u.a.

Deutsche Pressestimmen (Auswahl)
  • Die Zeit "das genuine handwerkliche Rüstzeug", "polystilistische Vielfalt", "regelrechte Klang-Orgien", "pianistische Akkordarbeit", 16.08.96
  • Dresdner Neueste Nachrichten "Ein begnadeter Techniker auf seinem Instrument", 01.07.02
  • Kölner Stadt-Anzeiger "Einsatz bis zum letzten Anschlag", "ein Klavierabend von betörender Präsenz", 27.09.07
  • Frankfurter Rundschau "ein Erlebnis voller Intensität", 13.07.96
  • Westfalenblatt Bielefeld „grandios, faszinierend im Rhythmischen und unerhört in ihren Verdichtungen", Jürgen Schmidt 1996
  • Recklinghäuser Zeitung „elegantes Spiel (...), das wesentliches herauskristallisierte und feinste Nuancen modellierte", 22.12.97
  • Heilbronner Stimme „Eine akustische Hochspannung, die beim Hören fast vom Sessel reißt", 14.05.05
  • Rhein-Neckar Zeitung Heidelberg „Unerbittliche Steigerungsmanie", "glühender waren diese Präziosen (...) selten zu hören", 22.06.13
  • Mannheimer Morgen "Ein Gegensatz wie er stärker kaum denkbar ist und dennoch bei Münch fast harmonisch vereint scheint", 05.01.07

Fachzeitschriften, Rundfunk und internationale Presse (Auswahl)
  • Klassik Heute "Was für eine Poesie, was für eine Meisterschaft!", 10.02.14
  • BR 4 Klassik "Die Souveränität sowohl in technischer Hinsicht als auch in Bezug auf formale Großstrukturen muß verblüffen", 05.07.97
  • Pianobleu "Très impressionantes, oui, vraimant saisissantes", 20.12.13
  • Muzyka Warschau Zafascynowany interpretacje przesycone temperamentem i bogactwem dynamiki", November 2005
  • La Opinion Murcia (Spanien) "interesante experiencia y excelente pianista", 30.09.06
  • Il giornale di Vicenza (Italien) "convinto nel territorio del pieno virtuosismo", 28.11.12

Empfehlungen (Auswahl)
  • Deutsche Botschaft Montevideo "Ihr Konzert war einer der diesjährigen Höhepunkte in unserer Kulturarbeit", 04.09.13
  • Deutsches Generalkonsulat Rio de Janeiro "musikalisch außergewöhnlichen Einsatz", "beeindruckenden Einfallsreichtum", 26.08.13
  • Deutsches Generalkonsulat New York "Ihr Auftritt wurde vom Publikum begeistert aufgenommen", 07.11.06
  • Deutsches Honorarkonsulat Florenz "den Funken der Begeisterung (...) in Florenz gezündet. (...) Ein ausgezeichneter Pianist", 19.04.05